
Es ist der 31. Oktober und vielleicht gehen auch bei Ihnen die lustig, gruselig verkleideten Kinder umher.
Vielleicht haben Sie Ihr Haus schön geschmückt, Kürbisse geschnitzt und Süßigkeiten gekauft und vielleicht gehen Ihre eigenen Kinder heute auf die Straße und fragen Ihre Nachbarn nach Leckereien.
Aber warum das alles? Feiern wir Halloween, weil wir nur darauf warten, durch hektisches Geklingel vor unseren Fernsehapparaten weggelockt zu werden, um fremden Kindern die Tür zu öffnen, von ihnen bedroht zu werden, wenn wir ihnen nichts Süßes gäben, sie uns einen Streich spielen würden und um dann ihren Forderungen nachzugeben und die teuren Süßigkeiten rausrücken, welche wir uns soeben noch selbst haben schmecken lassen?
Nein, wohl kaum. Wir feiern es, weil Marketing-Experten neben Weihnachten nun auch dieses Fest für ihre Umsatz-Steigerung entdeckt haben. Sie geben diesen Konsum-Brauch unterschwellig durch unsere Kinder an uns weiter, indem amerikanisch geprägte Sender wie SuperRTL – bei welchem die Walt Disney Company mit 50% als Gesellschafter eingetragen ist – unsere Kinder mit Serienspecials rund um Halloween berieseln und deren Werbung sich nur noch um Halloween-Deko-Artikel, Halloween-Süßigkeiten und Halloween-Getränke dreht, um den Kleinen das Fest mit Spaß und bunten Bildern schmackhaft zu machen.
Wer von Ihnen, der sich gerade für Halloween bereitmacht und auf die verkleideten Kinder vor der Tür wartet, kam von selbst auf die Idee Süßigkeiten an vielleicht fremde Kinder zu verteilen? Ich bin mir sicher, dass Ihre Kinder sie dazu verleitet haben, denn welcher Erwachsene kommt auf die Idee, sich mit einer Tüte in der Hand vor der Tür des Nachbarn sehen zu lassen, um ein paar Bonbons zu erbetteln?
Natürlich gibt es Halloween auch für Erwachsene. Es wimmelt ja nur von Halloween-Festen bei denen die Kneipen genauso wie das Eigenheim geschmückt und spezielle Halloween-Cocktails gemixt werden. Aber brauchen wir zum Feiern wirklich noch ein Fest? Können wir mit dem Kostümieren nicht bis zum elften November warten? Was da nochmal ist? Fasching, natürlich!
Seit den 1990ern zeigt sich der Trend zu Halloween – welcher urprünglich aus Irland kommt, aber im 19. Jahrhundert auch in den Vereinigten Staaten immer populärer wurde – auch bei uns. Wir dürfen aber nicht zulassen, dass wir wegen dieser Bräuche, die nur wegen des Ziels möglichst viel Geld zu scheffeln eingeschleppt wurden, unsere eigenen vernachlässigen.
Jedes Land hat seine eigenen Bräuche und sollte sie auch pflegen. Irland und Amerika haben Halloween, Deutschland (u.a. Köln), Italien (Venedig), Spanien (Santa Cruz de Tenerife) und Brasilien (Rio) haben Karneval.
Deswegen spart euch die Kostüme für Karneval auf und auch das Geld, welches ihr für die ganzen Deko-Artikel und Süßigkeiten ausgegeben hättet. Aber falls ihr dennoch auf die gerissenen Marketing-Strategien hereinfallen wollt, gebt euer Geld ruhig aus; der Kommerz wird es euch danken.