Kategorie Medien.

Riesige Verarsche oder doch übersinnliche Kräfte?!.

Mittwoch, 28. Januar 2009 um 19:35


Seit ein paar Wochen gibt es auf Pro7 wieder „Unglaubliches“ zu bestaunen. Im Rahmen des beliebten TV-Formats einer Castingshow ging „The next Uri Geller“ in die zweite Runde, mit dem Ziel am Ende der Staffel aus den Kandidaten den besten Zauberkünstler zu finden und ihn zu Uri Gellers Nachfolger zu machen. Als hätten wir an einem Spinner noch nicht genug. Nein, wir brauchen noch einen Zweiten und einen Dritten und womöglich auch noch einen Vierten, auf dessen Suche man sich dann bestimmt nächstes Jahr freuen darf.

Bereits die Bestätigung der Prominenten zu Beginn der Sendung, dass es keine Absprachen zwischen ihnen und den Kandidaten geben würde erscheint seltsam und durch das direkte Nachfragen des Moderators nicht wirklich glaubhaft. Natürlich wäre es ganz schön dämlich, wenn es einer von ihnen zugeben würde und so bleibt den Promis, die wohl als „glaubhafte Zeugen“ dienen sollen, nichts anderes übrig als das nachzuplappern, was sie vom Moderator passend in den Mund gelegt bekommen haben.

Weiter geht es danach mit den faszinierenden Vorführungen der Kandidaten, bei denen sich regelmäßig mindestens einer angeblich in Lebensgefahr bringt. Zum Glück hat Pro7 einen Arzt engagiert, der im Publikum in der ersten Reihe sitzt und einschreiten soll, falls die übersinnlichen Kräfte der Kandidaten versagen sollten. Ob der noch viel hätte ausrichten können, wenn sich der Kandidat Jan Rouven in seinem „Todesbett“ mit einem Schwert sein Herz aufgespießt hätte? Wozu es allerdings wohl nie gekommen wäre. Was aber wohl nicht an den übersinnlichen Kräften des Kandidaten liegt, sondern eher damit zu tun haben wird, dass Pro7 es kaum zulassen würde, dass einer der Kandidaten im Fernsehen vor einem Live-Publikum von einem Schwert erstochen wird. Natürlich musste nach dieser unglaublichen Leistung noch demonstriert werden, dass das Schwert, das die ganze Zeit über dem Kandidaten baumelte, auch echt ist und wirklich hätte fallen können, wenn Jana Ina am falschen Seil gezogen hätte. Aber hat sich mal jemand gefragt was sich wirklich oben in dem Kasten verbirgt, in dem angeblich nur die Seile durchlaufen sollten, damit man nicht sehen konnten an welchem Seil welches Schwert hing?! Nur leider funktionieren die Manipulationen wohl doch nicht ganz so gut. Sonst wäre eine Kandidatin nicht fast in einem Wassertank ertrunken, weil ihr Gefühl ihr den falschen Zahlencode für das Schloss am Wassertank gesagt hat. Wenigstens wissen wir jetzt, dass sie es doch drauf hat und ihre „übersinnlichen Kräfte“ anscheinend doch ganz gut taugen, nachdem sie in der Sendung danach noch mal riskieren wollte zu ertrinken.

Oh ja und dann sind natürlich die spannenden „Experimente“ des Uri Geller, persönlich, nicht zu vergessen. Wie zum Beispiel die Kontaktaufnahme mit Toten durch Gläserrücken, was wohl fast jeder schon mal gemacht hat und jeder weiß wie lustig es ist, ein Glas über den Tisch zu schieben. Komisch war nur, dass Uri Geller dazu eine Frau aus dem Publikum dazu holte, die mit den drei Prominenten dieses mysteriöse Experiment durchführen sollte. Liegt wohl nahe, dass diese Dame mit ihren Fingerchen das Glas über den Tisch bewegt hat.

Im Großen und Ganzen ist „The next Uri Geller“ wohl auch nicht mehr als eine der üblichen Unterhaltungssendungen, in der es darum geht ein bisschen Theater zu spielen, eine gute Show abzuliefern und natürlich unerklärliche, ungewöhnliche und faszinierende Phänomene zu zeigen. Nun ja, letztendlich bleibt es wohl jedem selbst überlassen, ob er den „Bühnenmagiern“ Glauben schenken oder doch eher von Zauberern ausgehen will. Pro 7 hat sich dabei wohl frei nach dem Motto „We love to entertain you“ entschieden!

Ein Meer in den Alpen.

Freitag, 10. Oktober 2008 um 18:00


“Würzige Seeluft mischt sich mit süßem Rosenduft”. So stand es in einer Zeitschrift, die meine Mutter während des gemeinsamen Kaffeetrinkens las. Da ich mir bei den Wörtern “würzige Seeluft” das Meer mit seinen Stränden und Dünen vorstelle – weil das Meer auch die See genannt wird – ergriff mich die
Neugierde, was denn Rosen an einem Strand zu suchen haben, und musste schon beim nächsten hinsehen stocken.
“Rosenglück am Bodensee”? Da scheint sich wohl jemand vertan zu haben, denn es heißt doch, dass Meeresluft würzig sei, da das Meer salzhaltig ist.
Ein See hingegen besteht aus Süßwasser, welches bekanntermaßen einen eher geringen Salzgehalt enthält (eine “Salinität von unter 0,1 %”, wie es in Wikipedia heißt). Naja, vielleicht hat auch ein Norddeutscher den Artikel verfasst, denn diese vertauschen die Wortbedeutungen See und Meer miteinander; aber mal ehrlich: Ein Norddeutscher wird wissen, dass ein See nicht würzig riecht.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Zeitschrift “mein schöner Garten” heißt und der Artikel von einer Frau stammt und die fahren ja bekanntlich nicht mit einem Kutter in die See, sondern sitzen in ihrem Rosengarten und erfreuen sich an ihren Blumen.

Interview mit Gott.

Montag, 29. September 2008 um 00:46

Guten Tag, Herr Gott

Udo Lindenberg singt von einem Interview mit Gott und Journalisten träumen von einem Interview mit Gott. Zumindest tut das Wolf von Lojewski, ehemaliger Journalist für die ARD und das ZDF. Er malt sich schon aus, wie sein Interview auszusehen hat.

Er sei zunächst jedoch gespannt, ob Gott ihm ein Interview gibt, wenn sie aufeinander treffen. Dann möchte er mit Gott streiten.

“Streiten bedeutet für mich: ehrliche Fragen stellen.”

“Gott kennt jeden Menschen und interessiert sich für jeden Einzelnen, der sich ihm anvertraut.”
Wolf von Lojewski

Wir wünschen von Lojewski viel Erfolg bei seinem Vorhaben. Und eins versprechen wir unseren Lesern: Sollte blosse.de einmal die Gelegeheit für ein Interview mit Gott bekommen, so werden wir uns diese nicht entgehen lassen!

Zeig her!.

Dienstag, 02. September 2008 um 21:48

Ab heutigen Abend erreichte mich per Mail eine Aufforderung

Zeig her deine Fotos und Videos

Sie war getarnt als Newsletter. Irgendeine spannende Neuigkeit, die mir unbedingt mitgeteilt werden soll; der Sinn eines Newsletters.  Der gesamte Titel lautete

Zeig her deine Fotos und Videos auf MySpace

Schüler sind Mitglied bei SchuelerVZ, Schueler.cc und wie sie nicht alle heißen. Zugleich sind sie Mitglied bei StudiVZ, weil sie dieses Netzwerk spannender finden. Um geschäftliche Kontakte zu pflegen, nutzt man dazu noch XING. Seine Freunde erreicht man bei MySpace und manchmal auch bei Facebook, Piczo und außerdem noch ein Paar bei dugg. Die neuste peinliche Situation vom Nachbarn finde ich derweil bei YouTube.

Und überall finde ich das halbe Leben über diejenige Person. Freiwillig.

Dass durch all diese sozialen Netzwerke (social network services) viele viele Menschen ihre Privatsphäre schon völlig aufgegeben haben ist ja schon schlimm genug. Ich allerdings brauche ein bisschen Raum für mich. Ich ertappe mich ja selbst dabei, wie ich solche Dienste nutze und mich der ganzen Welt öffne – aber alles muss dann doch nicht sein. Dass ich z.B. nicht mein Tagebuch bei MySpace veröffentliche, finden die Betreiber gar nicht so toll.

Doch sie versuchen zumindest, meine privaten Fotos und Videos zu ergattern! Ein Versuch ist es Wert… Kommt noch sowas, dann ist meine Mitgliedschaft bei MySpace Vergangenheit – weil eigentlich brauche ich das Ganze ja doch nicht!

Da fällt dem NDR noch was ein….

Dienstag, 15. Juli 2008 um 22:09

Der hessische Rundfunk hat von Stefan Raabs Produktionsfirma eine beachtliche Summe Geld bekommen, weil in seinem TV-Format TV-Total ohne Lizenz Ausschnitte gezeigt wurden. Der HR ist damit wunderbar durchgekommen und plötzlich bemerkt der NDR: Die haben ja auch noch 309 Ausschnitte von unserem Sender gezeigt. Na das geht so aber nicht.

Und schon hat Stefan Raab das nächste Problem: Eine Schadenersatzforderung in Höhe von 568000 Euro. Ganz plötzlich. Das Landgericht München hat die Sequenzen daraufhin nachgeprüft. Alleiniger Rechteinhaber ist der NDR nur in 25% der Fälle. Das Vergleichsangebot: Brainpool – Raabs Produktionsfirma – soll nur 130000 Euro zahlen. Na schau her, das ist doch schon ein bisschen weniger.

Aber Brainpool hat mittlerweile mit allen Sendern Verträge abgeschlossen, dass sie bei Verwendung eines Ausschnitts 220 bis 225 Euro bezahlen. Klingt doch schon ein bisschen günstiger…

Promiexpertendasein.

Freitag, 09. Mai 2008 um 21:41

Da gibt es doch durchaus interessante Berufe. Schaut man am frühen Abend bei privaten Fernsehsendern rein, so verfehlt man die Promi-Magazine nicht. Sie schaffen es tatsächlich, ganze Sendungen nur mit Klatsch und Tratsch über die Welt der vermeintlich wichtigen Menschen zu füllen. Schließlich gehört es zur Allgemeinbildung, zu wissen, was eine Hotelerbin am Tag zuvor beim Einkaufen trug, oder?

Um eine saubere Berichterstattung zu machen, versteht es sich von selbst, Experten zu Rate zu ziehen, die die gesamte VIP-Welt kennen und kompetent kommentieren können. Diese Experten werden meist als Promi-Experte tituliert.

Promi-Experte – das klingt äußerst wichtig. Nur fragt man sich; wo kann ich so eine Ausbildung machen? Oder brauche ich dafür gar ein Studium der Lehre über Personen des aktuellen Zeitgeschehens?

Ganz ehrlich? Viele solcher mutmaßlichen Experten wirken nicht nach ehemaligen Studenten. Dennoch: Welchen Weg muss ich einschlagen, um Promi-Experte zu werden?

Vermutlich den falschen….

Nicole Richie - Society-Girl

Ein ähnliches Kuriosum sind die Personen, deren Existenz die Existenz der Promi-Experten überhaupt ermöglicht. Genau; Promis. Aber ist Promi ein Beruf? Wohl kaum, deshalb hat Nicole Richie zum Beispiel den Beruf Society-Girl. So stand es zumindest in der heutigen Münsterland Zeitung (eine Lokalzeitung im Münsterland). Bei anderen Prominenten sah man jedoch tatsächliche Berufe; Schauspieler, Rockstar etc.

Wie muss man sich wohl als Society-Girl fühlen? In Deutsch würde man dann ja eigentlich “Gesellschafts-Mädchen” Sagen. Nur was ist nun wieder ein Gesellschafts-Mädchen? Schließlich klingt diese Bezeichnung eher ungebräuchlich.

Offenbar ist das alles doch ein wenig komplizierter. Ich werde also besser doch kein Promi-Experte.

Der Kanarienvogel im Käfig.

Donnerstag, 13. März 2008 um 22:53

 Der Kanarienvogel im Käfig

Das blosse.-Team hat einen literarischen Moment, welchen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Es war einmal ein Vögelein,
der war wie ich und du,
gefangen, gar nicht fein,
von Schäuble immerzu.

Der Schäuble ist ein böser Wicht,
ich mag ihn nicht so sehr,
denn er mag die Freiheit nicht,
das zeigt er immer mehr.

Auch das exotische Tier,
in seiner gelben Pracht,
entkam nicht seiner Gier.
Er hat es einfach kalt gemacht.

Wozu noch fürchten hier im Staat?
Wir werden ständig überwacht,
selbst des bauern saat,
Bauer, gib du der saat bloß acht!

Sonst bist du bald schon Terrorist,
und baust laut Schäuble nur noch Mist.
Drum lasset es euch nun lehren,
Die Vorratsdatenspeicherung zu verwehren!

Marco Schultewolter & Simon Homölle

Neulich im Bus… #5.

Freitag, 15. Februar 2008 um 19:50

Ich hör’ nur mal Hip-Hop, Trance oder House. So normale Musik hör’ ich eigentlich gar nicht.

Wie Recht er doch hat…

Wer mag schon Sonette?.

Montag, 11. Februar 2008 um 21:59

Neulich brachte uns unser Deutschlehrer folgendes Sonett näher:

Materialien zu einer Kritik an der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs

Sonette find ich sowas von beschissen
so eng, rigide, irgendwie nicht gut.
Es macht mich ehrlich richtig krank, zu wissen,
daß wer Sonette schreibt, daß wer den Mut

hat, heute noch so’n Scheiß zu bau’n.
Allein der Fakt, daß so ein Typ das tut,
das kann mir echt den ganzen Tag versau’n.
Ich hab da eine Sperre und die Wut

darüber, daß so’n abgefuckter Kacker
mich mittels seiner Wichserein blockiert
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht, will’s echt nicht wissen.
Ich find’ Sonette unheimlich beschissen.

Robert Gerhardt

Klingt fast wie ein 14-jähriger Schüler, der gerade voll in der Pubertät steckt. Aber ich fand dieses Sonett trotzdem sehr interessant und wollte es euch nicht vorenthalten.

Der Klügere kippt nach.

Donnerstag, 31. Januar 2008 um 19:35

Der Klügere kippt nach

Heute konnte man bei der Welt Online einen Artikel lesen, der von einer neuen Sendungsidee von Hugo Egon Balder erzählt.

Balder möchte eine Sendung starten, die sich “Der Klügere kippt nach” nennt.

„Man trifft sich um 20 Uhr, es wird gebechert und über aktuelle politische Themen diskutiert. Etwa: Brauchen wir ein neues Jugendstrafrecht?“
Hugo Egon Balder, in einem Interview mit dem Stern TV Magazin

Beim Sender Comedy Central gab es bereits eine Sendung (u.A.w.g – um Antwort wird gebeten), in der über aktuelle politische Themen – sowie über einiges anderes – diskutiert wird. Dabei wurde auch das ein oder andere alkoholische Getränkt und auch stets eine Zigarette geraucht. Dies brachte in dieser Sendung allerdings nur eine etwas lockerere Atmosphäre der Diskussionsbeteiligten und war keinesfalls ein wesentlicher Bestandteil der Show.

Offenbar ist das bei Balders Idee allerdings anders; er möchte ein Format schaffen, in dem schon nach dem Titel das “Kippen” – also das Konsumieren alkoholhaltiger Getränke – im Vordergrund steht und das auch noch als “klug” abgestempelt wird.

Es ist durchaus denkbar, dass Balder bei diesem Format als primäre Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene in den Augen hat. Er unterstützt also eindeutig den Alkoholkonsum im alltäglichen Leben. Sollte die Sendung von einem Sender akzeptiert werden und erfolgreich und bekannt werden, so lässt das den Kultstatus des Saufens auf jeden Fall in die Höhe steigen.

Zudem schweifen die Diskussionen mit fortschreitender Dauer (und damit steigendem Alkoholpegel) immer weiter in die weite Wüste des Niveaulosen ab.

Die Volksverdummung ist auf dem Vormarsch! Aber immerhin konnte Balder bisher keinen Sender finden, der diese Idee als eine gute Empfindet. Und das wird bestimmt auch erst einmal so bleiben (auch wenn man nicht verstehen kann, wie er ähnlich niveauvolle Formate wie Promi ärgere dich nicht, Promi-Minigolf etc. akzeptiert bekommen hat – nun gut, immerhin gab es da keine Alkohol fördernden Inhalte…).