Kategorie Gesellschaft.

Umweltfreundliches Leben.

Sonntag, 11. Mai 2008 um 18:17

Christoph Bungard berichtete heute für Focus Online von einer Studie über umweltfreundliches Leben.

Der erste Blick fiel bei mir auf die Grafik in dem Artikel, dessen Untertitel ich mir direkt ansah:

Wenn man sich die Beispielsfamilie eines Entwicklungslandes, die auf dem Bild zu erkennen ist, einmal ansieht, so verwundert es kaum, dass diese Familie umweltfreundlicher lebt, als manch ein anderer in Ländern wie hier. Diese Studie ist somit alles andere als verwunderlich; so meint man!

Komischerweise schreibt Focus Online in dem Artikel:

So kommen sie zu einem zunächst überraschenden Ergebnis: Demnach verhalten sich Verbraucher in Entwicklungsländern am umweltfreundlichsten.
(Hervorhebung durch uns und nicht im Original vorhanden)

Dieser Artikel von Christoph Bungard kann also beinahe zynisch – auf eine ganz fiese Art und Weise – gesehen werden. Hier werden die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Familien für die umweltfreundliche Lebensweise gelobt. Dabei sind sie bedauerlicherweise genau dazu gezwungen so zu leben, um überhaupt überleben zu können.

Ob er nun auch so gemeint ist, sei allerdings zunächst dahingestellt…

Promiexpertendasein.

Freitag, 09. Mai 2008 um 21:41

Da gibt es doch durchaus interessante Berufe. Schaut man am frühen Abend bei privaten Fernsehsendern rein, so verfehlt man die Promi-Magazine nicht. Sie schaffen es tatsächlich, ganze Sendungen nur mit Klatsch und Tratsch über die Welt der vermeintlich wichtigen Menschen zu füllen. Schließlich gehört es zur Allgemeinbildung, zu wissen, was eine Hotelerbin am Tag zuvor beim Einkaufen trug, oder?

Um eine saubere Berichterstattung zu machen, versteht es sich von selbst, Experten zu Rate zu ziehen, die die gesamte VIP-Welt kennen und kompetent kommentieren können. Diese Experten werden meist als Promi-Experte tituliert.

Promi-Experte – das klingt äußerst wichtig. Nur fragt man sich; wo kann ich so eine Ausbildung machen? Oder brauche ich dafür gar ein Studium der Lehre über Personen des aktuellen Zeitgeschehens?

Ganz ehrlich? Viele solcher mutmaßlichen Experten wirken nicht nach ehemaligen Studenten. Dennoch: Welchen Weg muss ich einschlagen, um Promi-Experte zu werden?

Vermutlich den falschen….

Nicole Richie - Society-Girl

Ein ähnliches Kuriosum sind die Personen, deren Existenz die Existenz der Promi-Experten überhaupt ermöglicht. Genau; Promis. Aber ist Promi ein Beruf? Wohl kaum, deshalb hat Nicole Richie zum Beispiel den Beruf Society-Girl. So stand es zumindest in der heutigen Münsterland Zeitung (eine Lokalzeitung im Münsterland). Bei anderen Prominenten sah man jedoch tatsächliche Berufe; Schauspieler, Rockstar etc.

Wie muss man sich wohl als Society-Girl fühlen? In Deutsch würde man dann ja eigentlich “Gesellschafts-Mädchen” Sagen. Nur was ist nun wieder ein Gesellschafts-Mädchen? Schließlich klingt diese Bezeichnung eher ungebräuchlich.

Offenbar ist das alles doch ein wenig komplizierter. Ich werde also besser doch kein Promi-Experte.

Großer Bruder.

Sonntag, 27. April 2008 um 13:42

Da hat sich unser großer Bruder aber wieder etwas tolles einfallen lassen. Er hat uns so lieb, dass er nun noch besser auf uns aufpassen möchte.

Eigentlich ja ganz freundlich, soll man meinen. Wäre da nicht dieses ungute Gefühl dabei. Der große Bruder begleitet uns nun überall hin. Aber zu Hause – in meinem Privatbereich – da fühle ich mich wohl. Hier kann ich mich ungestört zurückziehen. Aber mein Bruder will mit und ich kann nichts gegen ihn tun.

Ich glaube er verfolgt mich. Er denkt, er dürfe immer bei mir sein; egal was ich mache und wo ich bin.

Oder leide ich nur unter Paranoia?

Aber ist das wirklich alles so freundlich? Was hier so übertrieben klingt, ist vielleicht bald schon Wirklichkeit. Innenminister Schäuble möchte selbst Wohnungen von verdächtigen Terroristen mit Kameras und Wanzen überwachen lassen.

In Verbindung mit der Vorratsdatenspeicherung ergibt das eine Überwachung, die uns alle betreffen kann. Hat man in irgendeiner Weise mit einem bekannten oder potentiellen Terroristen kommuniziert – sei es auch so unbewusst; man muss ja nicht wissen, dass derjenige einer ist – ist man selbst eventuell auch verdächtig. Und flugs hat man einen nervigen großen Bruder bekommen.

Obwohl? Ist nervig das richtige Wort? Er meldet sich ja nichtmals…

Warum gutes Benehmen in ist.

Dienstag, 25. März 2008 um 14:25

Benimm dich, du Arsch!

Diese Frage möchte Annika Mengersen, eine Redakteurin von FOCUS Online, klären. Der Artikel selbst ist nicht weiter erwähnenswert. Vielmehr hab ich mir ein Leserkommentar vorgenommen.

Ein gewisser Tom schrieb heute um 12:17:

Und die Jugend?
Das Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher ist – was Höflichkeit und Benimm angeht – schlicht eine Katastrophe. Als Betreiber von 5 Restaurants bekomme ich das jeden Tag hautnah zu sehen. Die Tischmanieren, die ich hier oft erlebe, hielt ich früher einmal für undenkbar. Und Schuld sind einzig und allein die Eltern. Die können sich oft selbst nicht benehmen.

Der Titel hat mir zunächst ein Gefühl suggeriert, das mir sagt, dass unter anderem ich gemeint bin. Die Jugend.

Liest man sich diesen Kommentar aber durch, so bemerkt man, dass Tom tatsächlich aus Erfahrung schreibt. Er kritisiert die Jugend, versucht dem aber gleichzeitig auf den Grund zu gehen. Er vermutet nicht, er stellt fest; Schuld sind die Eltern. Sogar “einzig und allein die Eltern”.

Ich möchte auch gar nicht abstreiten, dass die Eltern schuld daran sind. Zwar behaupte ich nicht, dass es tatsächlich ausschließlich die Eltern sind, doch häufig ist es tatsächlich so.

Immer wieder bemerke ich selbst, wie daneben sich die Jugend benehmen kann, es auch gern mal – aber nicht immer – tut. Dass die Schuld endlich von einem Erwachsenen bei Erwachsenen gesucht wird, hat mich positiv überrascht. Vielen Dank, Tom!

Neulich im Bus… #8.

Donnerstag, 20. März 2008 um 20:07

Lecker Zugfahrt!

Nun ja, eigentlich war es im Zug. Zumindest konnte ich beobachten, was in öffentlichen Verkehrsmitteln so vor sich geht.

Schon oft habe ich – zumeist weibliche Personen – beobachten können, die in den Zug einsteigen und direkt zum Kamm greifen.

Heute morgen war das in etwa so; eine Frau rannte am Bahnhof in völliger Hast zum Zug. Grade eingestiegen, fährt dieser auch schon los (er hatte zuvor einen Aufenthalt von 20 Minuten an diesem Bahnhof). Auf jeden Fall holte diese Frau ihr Schminktäschchen aus ihrer Handdasche und hat sich erst einmal geschminkt. Von Puder bis Wimpertusche war alles dabei.

Direkt darauf holte die Frau eine Banane aus der Tasche und aß sie. Eine Mandarine folgte darauf. Dann noch schnell ein bisschen Schmuck aus der Handtasche umlegen und der Tag kann starten. Denkste; jetzt fing sie erst einmal an, ihr Nagelstudio aufzubauen. Ein bisschen Gefeile hier, ein bisschen gefeile da.

Das ging die ganze Fahrt so weiter, bis ich ausgestiegen bin. Sie aber fuhr weiter und ich wüsste zu gern, was dann passierte…

Der Kanarienvogel im Käfig.

Donnerstag, 13. März 2008 um 22:53

 Der Kanarienvogel im Käfig

Das blosse.-Team hat einen literarischen Moment, welchen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Es war einmal ein Vögelein,
der war wie ich und du,
gefangen, gar nicht fein,
von Schäuble immerzu.

Der Schäuble ist ein böser Wicht,
ich mag ihn nicht so sehr,
denn er mag die Freiheit nicht,
das zeigt er immer mehr.

Auch das exotische Tier,
in seiner gelben Pracht,
entkam nicht seiner Gier.
Er hat es einfach kalt gemacht.

Wozu noch fürchten hier im Staat?
Wir werden ständig überwacht,
selbst des bauern saat,
Bauer, gib du der saat bloß acht!

Sonst bist du bald schon Terrorist,
und baust laut Schäuble nur noch Mist.
Drum lasset es euch nun lehren,
Die Vorratsdatenspeicherung zu verwehren!

Marco Schultewolter & Simon Homölle

Volkssport “Streik”.

Dienstag, 04. März 2008 um 21:11

Streik

Die einen gehen Kegeln, die anderen Streiken. Die Lokführer haben einen Trend gesetzt, dem viele folgen. Trendsetter GDL.

Nun möchten sie ab Montag vollkommen streiken, bis die Bahn den Vertrag anstandslos unterschreibt. Ganz radikal. Kein Mucks darf die Bahn abgeben. Keine weiteren Verhandlungen. Einfach unterschreiben. Punkt.

Vorher möchte die GDL keine Loks mehr führen.

  • Interessant: Sucht man bei Google nach Streik, so findet man nach dem entsprechenden Wikipedia-Artikel die Website der deutschen Bahn.

ver.di hat nun was vom Streik gehört und mitbekommen, dass das wohl ein ganz effektives Mittel ist. Die Folge; Streik im öffentlichen Dienst von ver.di. Na gut, die T-Punkte haben sie ja auch schon bestreikt. Fein.

Nun bin ich in einer Klasse, die sowohl Schüler hat, die mit der Bahn anreisen, als auch mit Bussen. Bei Bahnstreiks kann man im Nahverkehr häufig auf Busse umsteigen – unbequemer, zeitaufwändiger; aber es geht. Streiken Busse, so kann man in der Regel nicht auf die Bahn umsteigen.

Ich fahre auf meinem Schulweg einen Teil mit dem Bus und einen Teil mit dem Zug. Bei dem Zug habe ich das Glück, dass auf der Strecke nicht mehr die deutsche Bahn fährt. Stichwort “Privatisierung”. Der Bus ist allerdings eine Linie, die bei Streiks offenbar die am heftigsten bestreikte ist. Auch fein.

Ich darf mich morgen schon einmal auf einen Heimweg freuen, der sich von ca. 13:10 bis ca. 15:45 erstreckt. Na, immerhin habe ich dann genug Zeit für mich selbst…

Neulich im Bus… #7.

Dienstag, 04. März 2008 um 16:59

… fragte ein junges Mädchen ihre dunkelhäutige Freundin:

Was passiert eigentlich, wenn du rot wirst? Wirst du dann Rot oder Gelb?

Gar nicht, …

… so die Antwort.

Neulich im Bus… #6.

Freitag, 22. Februar 2008 um 18:35

Welcher Bus?

Deutsche Raucher haben es gut.

Sonntag, 17. Februar 2008 um 20:28

In Deutschland regt sich wohl jeder Raucher momentan über das neue Rauchverbot in Gaststätten auf. Dagegen kann man getrost behaupten: Gut haben sie es!

Stellen Sie sich einmal vor, sie dürften als Raucher nichtmals mehr in Ihrer eigenen Wohnung rauchen. Ich erinnere mich an eine am neuen Rauchverbot angelehnte Reportage im Fernsehen, in dem Sie einen vermeintlichen Beamten losschickten, der Privathaushalte besuchte und Rauchenden Personen eine Verwarnung aussprach. Alle Anderen bekamen zumindest den Hinweis auf das neue Wohnungs-Rauchverbot.

Absurd und völlig realitätsfern, mögen Sie nun dagegen halten. Doch tatsächlich verbietet der Stadtrat von Belmont bei San Francisco Anwohnern in Häusern mit mehreren Wohnungen ab dem 1. Mai das Rauchen. In der eigenen Wohnung!

Das amerikanische Magazin Star Tribune berichtet sogar von Überlegungen, das Verbot auf das gesamte Land zu erweitern.

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