Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind.

Nikolaus, Weihnachtsmann oder Christkind. Wer kennt sie nicht? Doch wer weiß heute noch, wie sie entstanden sind, warum wir sie feiern und wo die Unterschiede sind?
Leider weiß heute tatsächlich kaum noch jemand, wo die Unterschiede zwischen diesen drei „Geschenkebringern“ liegen. Deshalb möchte ich hier Abhilfe schaffen…
Anfangen werde ich mit dem Nikolaus. Denn er ist derjenige, der zu erst da war. Der Nikolaus, den wir am 6. Dezember feiern, ist der Bischof Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert gelebt hat. Diesen Nikolaus gab es tatsächlich und es ranken sich eine Menge Legenden um ihn. Da ich hier nicht alle Legenden auflisten kann, werde ich mich mit einigen beschränken. Die Erste, ist die Legende der „Hungersnot“. In dieser Legende wird berichtet, dass die Stadt, in der der Bischof Nikolaus damals lebte, Hunger litt. Es kam ein Schiff, das voll beladen war mit Korn. Die Menschen baten etwas von dem Korn abzubekommen, doch die Seeleute fürchteten die Reaktion des Händlers, der auf die Ladung wartete. Als Bischof Nikolaus sie allerdings um das Korn bat und ihnen versprach, dass wenn sie dem Händler die Ware übergeben, kein einziges Korn fehlen würde, glaubten sie ihm und gaben den Menschen einige Säcke Korn. Als die Seefahrer dem Händler die Ladung übergaben, fehlte tatsächlich kein einziges Korn.
Eine weitere Legende, ist die der „drei Jungfrauen“. Hier wird berichtet, dass ein armer Mann die Mitgift für seine Töchter nicht aufbringen kann und sie deshalb nicht heiraten konnten. Da der Mann so arm war, hätten seine Töchter als Prostituierte Geld verdienen müssen. Doch Bischof Nikolaus hörte davon und warf in drei Nächten je einen Sack mit Geld in das Zimmer, in dem die drei Frauen schliefen. Mit Hilfe von diesem Geld konnte der Mann seinen Töchtern eine ausreichende Mitgift geben und sie verheiraten.
Dies sind jedoch nur Legenden. Mit Sicherheit können wir über Bischof Nikolaus von Myra nur sagen, dass er reich geboren wurde und als seine Eltern starben er seinen ganzen Reichtum an die Armen verschenkte. Außerdem wird berichtet, dass Bischof Nikolaus ein sehr gläubiger Mann war und half, wenn er irgendwo Not oder Leid sah.
Gefeiert wird Nikolaus am 6. Dezember, da dies sein Todestag war. Der Brauch, dass ein Nikolaus von Haus zu Haus geht, kommt von Nikolaus selber. Denn Nikolaus ist damals jedes Jahr zu seinem Geburtstag mit einem Sack voll mit Nüssen, Lebkuchen und anderen Dingen durch die Straßen gegangen und hat sie an die Leute verteilt, die ihm begegneten. Dass der Nikolaus schaut, welche Kinder brav waren und welche nicht, ist auf eine Geschichte aus dem neuen Testament zurückzuführen, in der ein Mann drei seiner Arbeiter Goldstücke zur Aufbewahrung gibt. Diese verteilt er je nach Rang und Stellung. Am Ende der Geschichte urteilt der Mann über die drei Arbeiter, die ihm das Geld wiedergeben sollen. Jetzt bleibt noch die Frage offen, warum viele Kinder einen Schuh nach draußen stellen. Dies ist auf die Legenden zurückzuführen. Denn angeblich ist in der Legende der „drei Jungfrauen“ einen der drei Säcke in einen Strumpf gefallen, der unter dem Fenster hing.
Dargestellt wird Bischof Nikolaus in einem katholischen Bischofsmantel in rot und weiß. Dazu die Mitra (Bischof Kopfbedeckung) und der Hirtenstab oder auch Krummstab.
Bischof Nikolaus tritt außerdem meist mit einem Begleiter auf. Dem Knecht Ruprecht. Dieser entstammt der germanischen Sagenwelt und ist mit Kobolden verwandt. Seine Aufgabe ist es, die Kinder, die nicht brav waren zu bestrafen.
Aus diesen beiden Gestalten ist in Amerika dann schließlich im 17. Jahrhundert der Weihnachtsmann geworden. Dies geschah hauptsächlich durch Niederländische Emigranten. Sie brachten den bei ihnen so beliebten Nikolaus nach Amerika. In Amerika vermischte man den Nikolaus und den Knecht Ruprecht zu einer Person und ließ ihn am 25. Dezember mit Hilfe eines Schlittens, der von Rentieren gezogen wir, seine Geschenke verteilen. Dabei bestraft er selbst die Kinder die nicht brav gewesen sind.
Auch wenn der Weihnachtsmann bereits im 17. Jahrhundert entstand, wurde er doch erst ein Jahrhundert später richtig bekannt.
Dargestellt wird der Weihnachtsmann in einem Mantel mit Pelz, einem langen weißen Bart, einer Pudel- oder Plümmelmütze und mit einem Geschenksack. Und Coca-Cola gab ihm dann später die rot-weiße Farbe…
Kommen wir nun zu unserem letzten Geschenkebringer. Das Christkind.
Das Christkind ist von Martin Luther erfunden worden. Die Gründe die er dafür hatte, waren wohl, dass er zum einen das Christkind in den Vordergrund stellen wollte und zum anderen nicht auf die Geschenke, die der Nikolaus brachte verzichten wollte. Denn da er als Protestant die katholischen Heiligen ablehnte, konnte er Nikolaus nicht feiern. So dachte er sich den „Heiligen Christen“ aus, der schon bald zum Christkind wurde. Auch das Christkind beschenkt bloß die braven Kinder, doch im Gegensatz zum Weihnachtsmann und zum Nikolaus, bestraft es nicht die Unartigen. Die Geschenke werden in der Nacht von dem 24. auf den 25. Dezember verteilt.
Dieser Brauch, zu dem auch der Adventskranz und der Weihnachtsbaum gehören, wurde bis 1900 nur von den Protestanten gefeiert. Die Katholiken übernahmen ihn erst im 20. Jahrhundert.
Allerdings gibt es einen großen Unterschied des Christkindes zu den anderen beiden. Dieser Unterschied ist die Darstellung. Denn das Christkind wir meistens als Engel oder als Mädchen dargestellt.
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