Waffe gegen Gutschein.


Seit 2005 kann man sich zur Weihnachtszeit im Stadtteil Compton in L.A. ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk machen: einen Gutschein, im Tausch gegen die illegal erworbene Waffe.

Diese Idee muss den Behörden in Los Angelos wohl gekommen sein, da die Kriminalitätsrate in dem Vorort besonders hoch ist.
Das private Forschungsinstitut Morgan Quitno zählt es zu den gefährlichsten Orten in den Vereinigten Staaten und dort ist, wie T-online berichtet, “die Wahrscheinlichkeit, durch eine Kugel zu sterben, zehn Mal größer als in anderen Landesteilen”.

Im letzten Jahr betrug die Anzahl der abgegebenen Waffen ca. 400, wobei sie in diesem Jahr auf mehr als das doppelte, nämlich auf bis zu 1000, gestiegen ist.

Auch konnte ein Wandel in der Art der Gutscheine beobachtet werden. Denn waren es im letzten Jahr noch vermehrt Gutscheine für Elektronikmärkte, machen nun Supermartktgutscheine das Rennen.

Diese Veränderung der Quantität der abgegebenen Waffen und der Art der Gutscheine liegt wohl unmittelbar mit der Wirtschaftskrise im Zusammenhang.
Viele, welche ihre Waffen dort abgeben, sind auf das Geld angewiesen, da sie sonst ihr Familie nicht mehr vernünftig ernähren können.

Wer sich fragt, was mit den ganzen Waffen gemacht wird, bekommt die Antwort, dass die Polizei sie erst daraufhin prüft, ob mit ihnen ein Verbrechen begangen wurde und sie – wenn dies nicht der Fall sein sollte – einschmelzt.

Natürlich ist klar, dass die vielen Banden nicht ihre Waffen abgeben werden, aber wenigstens können dann verzweifelte Väter, deren Familie mit leerem Kühlschrank und Magen zuhause sitzt, nicht aus Verzweiflung ein Verbrechen begehen, um Lebensmittel zu kaufen.

Denn eine Arbeitslosenversicherung, wie wir sie in Deutschland kennen, gibt es nicht und auch der Kündigungsschutz ist eher unbekannt.

Lange wird das Geld aus den Gutscheinen auf jeden Fall nicht reichen.

Freitag, 19. Dezember 2008 um 16:49
Carsten Röttger
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  1. Chris Permalink zu diesem Kommentar
    am Donnerstag, 17. Juni 2010 um 17:06 Uhr:

    Hallo, danke für den Beitrag, der hat mir ein bisschen weiter geholfen.

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