Ein Meer in den Alpen.

“Würzige Seeluft mischt sich mit süßem Rosenduft”. So stand es in einer Zeitschrift, die meine Mutter während des gemeinsamen Kaffeetrinkens las. Da ich mir bei den Wörtern “würzige Seeluft” das Meer mit seinen Stränden und Dünen vorstelle – weil das Meer auch die See genannt wird – ergriff mich die
Neugierde, was denn Rosen an einem Strand zu suchen haben, und musste schon beim nächsten hinsehen stocken.
“Rosenglück am Bodensee”? Da scheint sich wohl jemand vertan zu haben, denn es heißt doch, dass Meeresluft würzig sei, da das Meer salzhaltig ist.
Ein See hingegen besteht aus Süßwasser, welches bekanntermaßen einen eher geringen Salzgehalt enthält (eine “Salinität von unter 0,1 %”, wie es in Wikipedia heißt). Naja, vielleicht hat auch ein Norddeutscher den Artikel verfasst, denn diese vertauschen die Wortbedeutungen See und Meer miteinander; aber mal ehrlich: Ein Norddeutscher wird wissen, dass ein See nicht würzig riecht.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Zeitschrift “mein schöner Garten” heißt und der Artikel von einer Frau stammt und die fahren ja bekanntlich nicht mit einem Kutter in die See, sondern sitzen in ihrem Rosengarten und erfreuen sich an ihren Blumen.

