Gute Besserung, Raucher!.


Raucher dürfen diskriminiert werden. Schließlich deckt das Antidiskriminierungsgesetz nicht die Raucher ab. Laut der EU-Kommission ist das auch gewollt. Bekannt geworden ist das mit den Fällen der Jobverweigerung gegenüber Rauchern.

Das ist aber nichts neues. Nun fordert die Bundesärztekammer allerdings, dass Raucher künftig als krank eingestuft werden. Als krank kann man diese Selbstzerstümmelung und die Qual aller Mitmenschen zwar ohnehin bezeichnen, doch nun soll es ganz offiziell so werden.

“Aus medizinischer Sicht ist Tabakabhängigkeit eine Suchtkrankheit wie etwa Alkoholismus auch.”
Roland Stahl, Kassenärztliche Bundesvereinigung
(zitiert nach Süddeutsche Zeitung, 16.09.2008)

Faktisch würden somit Alkoholabhängige mit Rauchern auf eine Ebene gebracht werden. Das Zitat vergleicht zwar beides, doch in der heutigen Gesellschaft gibt es eine riesige Kluft zwischen den Ansichten dieser beiden Krankheiten. Alkoholkranken wird versucht dabei zu helfen, dort herauszukommen und teilweise bemitleidet oder manchmal auch verpöhnt. Raucher sind dagegen ganz normal. Sie leben unter uns wie jeder gesunde Mensch auch.

Und gerade wegen dieser vermeintlichen Normalität wird auch bei der Krankisierung des Rauchens das Bild bei den Meisten nicht verändert.  “Ups, Rauchen ist so schlimm wie Alkoholabhängig zu sein” – das wird sich wohl niemand sagen. Schade eigentlich!

Dienstag, 16. September 2008 um 18:47
Marco Schultewolter
3 Kommentare. Kommentar schreiben

3 Kommentare.Kommentar schreiben »

  1. lara Permalink zu diesem Kommentar
    am Sonntag, 21. September 2008 um 13:08 Uhr:

    Ich denke auch, dass man Raucher nicht mit Alkoholabhängigen gleichsetzen kann. Denn in der heutigen Gesellschaft wird zwar beides immer früher angefangen, doch im gegensatz zum rauchen, ist es zwar cool ab und an mal was zu trinken, doch dabei wird nicht von Abhängigkeit gesprochen.
    Außerdem kann man zwar Raucher an sich als krank einstufen, doch was macht man mit Passivrauchern? Wenn zum Beispiel Kinder jeden Tag mehrmals den Zigarettenqualm ihrer Eltern und deren Bekannten einatmen, sind sie doch genauso Tabak abhängig. Wenn man jetzt damit anfägt Raucher als krank einzustufen, müsste man also theoretisch gesehn alle, die regelmäßig in den zweifelhaften Genuss des passivrauchens kommen auch als krank einstufen. Imgrunde genommen, ist das also fast jeder Mensch in Deutschland.

  2. Marco Schultewolter Permalink zu diesem Kommentar
    am Sonntag, 21. September 2008 um 15:55 Uhr:

    Nun, die Tabakabhängigkeit besteht ja eben in der Abhängigkeit. Die Krankheit ist also nicht die völlig “zerstümmelte” Lunge, sondern die Sucht; das Verlangen des Körpers, das sagt “ich brauche das jetzt”!

    Genau so wie die Gelegenheits-Alkoholkonsumenten wird da also nicht von einer Abhängigkeit gesprochen.

  3. Janine Thesker Permalink zu diesem Kommentar
    am Donnerstag, 16. Oktober 2008 um 17:41 Uhr:

    Gerade, als ich mir das Bild angeschaut habe, ist mir wieder eingefallen, was ich gestern im Fernsehn gehört habe: Frauen werden schneller Tabakabhängig, erkranken schneller an den Folgekrankheiten der Zigarette und können nur sehr schwer mit dem Rauchen wieder aufhören. Bei Frauen reichen sogar schon 3 Zigaretten am Tag um sie dauerhaft zu schädigen, bei Männern sind es doppelt so viele.

Kommentar schreiben.