Nichtraucherschutzgesetz.

Seit dem 1. Januar 2008 gibt es das Nichtraucherschutzgesetz (NiSchG NRW) auch in NRW. Es besagt, dass in allen öffentlichen Gebäuden, sowie in Gaststätten, nicht mehr geraucht werden darf.
Aber es gibt Ausnahmen: So darf in Gaststätten weiterhin geraucht werden, wenn sie ein abgetrenntes Raucherzimmer einrichten, welches aber nur den kleineren Teil der Gesamtfläche in Anspruch nehmen darf. Des Weiteren können Gaststätten sich als Raucherclub deklarieren, deren Hauptzweck “der Genuss des Tabakrauchens“ ist. Die Bayern brauchen natürlich wieder eine extra (Weiß-)Wurst, weshalb es bei ihnen die selbe Möglichkeit, nur in grün gibt:
Der “Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur” ist der am schnellsten wachsende Club in Deutschland; mit ca. 70.000 Mitgliedern im April 2008 ist er auf Platz 3 der größten Clubs in Deutschland, nach dem ADAC und dem FC Bayern.
Viele Menschen, vor allem Wirte, sehen das Nichtraucherschutzgesetz jedoch als einen Wirtschaftsbremser. Sie haben die Befürchtung, dass durch das Gesetz viele Raucher dazu bewegt sind, nicht mehr in ihre Kneipe zu gehen, um dort gemütlich mit Freunden ein Bier zu trinken, da ihr “Recht” auf eine Zigarette nicht gegeben sei. Tatsächlich ist es so, dass in Ländern, in denen ein vergleichbares Gesetz beschlossen wurde, die Kneipen eine Umsatzsteigerung verbuchen konnten; in Dänemark betrug diese am 01. September 2007 acht, in Neuseeland seit dem Jahr 2005 zehn Prozent. In Ländern mit einer großen Kneipenkultur wie Irland konnte man aber nach der Einführung eines Rauchverbotes ein „Kneipensterben“ beobachten, welches sich nun auch in England zeigt: Dort hat sich die Zahl der Geschäftsaufgaben innerhalb eines Jahres (2006-2007) versiebenfacht.
Das könnte aber in Deutschland erst einmal verhindert werden:
Am 30. Juli 2008 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass Raucher künftig wieder in kleinen Eckkneipen geduldet werden, was aber nur unter bestimmten Bedingungen geschehen darf.
So muss die Eckkneipe aus einem Raum, der weniger als 75 Quadratmeter fasst, bestehen, außerdem dürfen Jugendliche keinen Zutritt haben und es dürfen keine „zubereiteten Speisen“ angeboten werden (was alles unter diese Definition fällt, wird sich wahrscheinlich durch einzelne Auseinandersetzungen zwischen Wirten und Behörden festlegen).
Dies ist aber nur eine Übergangsregelung, die bis zum Erlass neuer Gesetze und spätestens bis 2009 gilt.
Auf lange Sicht werden gastronomische Einraumbetriebe wahrscheinlich aber gänzlich verschwinden, oder zumindest beträchtlich schrumpfen, da zwischen den Jahren 2000 und 2006 die Zahl dieser Gastronomiebetriebe um ca. 8000 abnahm.
Es ist schon lange bekannt, dass Nikotin eine süchtig machende und gesundheitsschädigende Droge ist. Nach relativ neuen Erkenntnissen ist sie sogar unter den Top ten (Platz neun) unter den gefährlichsten Drogen in Betrachtung von „Gesundheitsgefahr, Suchtpotential und Schaden für die Gesellschaft“ und steht damit vor Canabis, LSD und Ecstasy; Alkohol steht auf Platz fünf und angeführt wird die Liste von Heroin (Platz eins) und Kokain (Platz zwei).
Warum Nikotin (und damit Zigaretten) eine der am meisten konsumierten Drogen Deutschlands ist, hat den Grund, dass es u.a. Dopamin (ugs. Glückshormone) ausschüttet, also auch eine berauschende Wirkung ausübt, aber ohne zu beduseln. Deshalb kann man sie in jeder Lebenslage konsumieren, ohne dass sie (während des Konsums) körperlich und geistig beeinträchtigt und somit nicht als störend empfunden wird.
Wenn Drogen wie LSD – die wesentlich ungefährlicher und, wie Albert Hoffmann sagte, zur Heilung psychisch Kranker eingesetzt werden können – verboten sind, dann sollte Nikotin allemal verboten werden. Die gesundheitlichen Schäden durch das beim Verbrennen von Tabak entstehende Aerosol sind gravierend:
Zigarettenrauch enthält bis zu 12000 verschiedene chemische Verbindungen, von denen über 2000 als Giftstoffe bekannt sind, u.a. Blausäure und Kohlenstoffmonoxid. Zudem gibt es Bestandteile, die krebserzeugend und krebserregend sind. Wer “nur” zehn Zigaretten täglich raucht, vermindert sein Leben um drei Jahre. Diese Tatsache macht es unnötig, die ellenlange Liste von gesundheitlichen Risiken durch Tabakrauchen hier zuzuschreiben.
Viele Raucher scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, dass Nikotin – und somit ihre Zigaretten – eine Droge ist und wollen nicht auf ihr vermeintliches Recht des Rauchens verzichten. Manche vertreten sogar die Meinung, dass Nicht-Raucher damit rechnen müssten, dass sie, wenn sie in eine Kneipe oder Diskothek gingen, zugequalmt würden.
Durch das neue Nicht-Raucherschutzgesetz wurde endlich gezeigt, dass nicht die Raucher diejenigen sind, die ein Recht auf Rauchen, sondern die Nicht-Raucher ein Recht darauf verdienen, dass nicht geraucht wird. Allerdings könnte das Gesetz noch weitergehen und das generelle Rauchen verbieten. Zumindest ein generelles Rauchverbot in Gaststätten wäre nicht gegen das Grundgesetz, sagten die Karlsruher Richter.


einfach erschreckend, dass nur immer die nichtraucher nachgeben – raucher sind und bleiben sehr uneinsichtig!
Aber ich kann die Raucher ja auch in gewisser Weise verstehen.
Man konnte sich stets frei entscheiden ob man nun rauchen möchte oder nicht (vom Gruppenzwang einmal abgesehen). Und auf einmal kommen irgendwelche Leute an und verbieten das Rauchen überall. Ist doch irgendwie klar, dass die Raucher sich diskriminiert fühlen. Man hätte ihnen ja wenigstens eine Chance lassen können vor dem Rauchverbot mit dem Rauchen aufzuhören, bzw. “nur” noch ein paar Zigaretten am Tag zu brauchen.
Aber das hätte niemals funktioniert. Außerdem gab es ja eine solche Zeit, die war zwar nicht allzu lang, aber die Zeit zwischen Gesetzesverabschiedung und Inkrafttreten des Gesetzes war ja da.
Und der wesentliche Bestandteil des Gesetzes – über das sich alle aufregen – ist ja der Teil mit den Gaststätten; und da gab es eine zusätzliche Übergangssfrist von einem halben Jahr!
Das muss doch genügen, nicht?
Sag niemals nie;)
Es hätte funktionieren können. Wenn man den Rauchern gesagt hätte, “So, ihr habt jetzt ein halbes Jahr (oder so) um mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn ihr es bis dahin nicht gaschafft habt werdet ihr leider diskriminiert.” wäre ihnen wahrscheinlich eher bewusst geworden, dass sie in einem halben Jahr nciht mehr öffetlich rauchen dürfen. Klar hätten sie sich auch ohne so etwas informieren können aber ich glaube nciht alle haben das so realisiert. Naja das mit den Gaststätten, da bin ich ja zwiegespalten, einerseits gehört Zigarettenqualm irgendwie in eine Kneipe rein, andererseits stört es aber auch. Naja letzendlich würde ihc sagen, dass Rauchen in Restaurants verboten werden soll, aber in Kneipen nciht unbedingt. Ich meine, wenn man wirklich überhaupt keinen Zigarettenrauch einatmen will, aber sich trotzdem mit Freunden einen trinken gehen will soll man halt woanders hingehen.
Ich denke da kann man sich ziemlich drüber streiten… Ohne Raucher nehmen Kneipen doch auch viel weniger ein oder nicht? Das war doch auch so ein Argument gegen das Nichtraucherschutzgesetz. Stimmt ja auch. Nicht, dass ich das Rauchen irgendwie fördern will oder so (naja geht eh nciht mehr, ist genug gefördert worden..;) ) und ich hab auch nciht vor anzufangen zu rauchen aber ich versteh den ganzen Stress darum einfach nciht.
Wirkliche Raucher rauchen aus Überzeugung, deshalb hätte diese Frist keine Wirkung gehabt. Wenn ein Raucher aufhören will, dann tut er es.
Raucher fühlen sich diskriminiert, weil ihnen, wie ich schon in meinem Artikel schrieb, das “Recht” aufs Rauchen genommen wird.
Sie sagen dann, um eine “Lösung” zu nennen, dass “man halt woanders hingehen” solle, wenn man reine Luft haben will.
Aber da fängt die Diskriminierung der “gesunden” Menschen an:
Denn wenn diese ihr wirkliches Recht – das Recht auf Gesundheit – einfordern, wird gleich gesagt, dass sie sich nicht beschweren sollen und sie werden in das sagenumwobene, von der Außenwelt abgeschnittene, Land “Woanders/Anderswo”, abgeschoben.
Raucher sind krank – und das nicht erst seitdem die Bundesärztekammer versuchte sie als solche zu kategoriesieren – deshalb sollten Raucher keine Rechte aufs Rauchen haben; “Kokser” dürfen ihre “Lines” auch nicht öffentlich ziehen.