Weihnachten steht vor der Tür.

Wollen wir die Weihnacht hineinlassen? Wir schauen sie lieber vorher noch ein wenig an.

Santa untersuchen…
Fragt man die jüngere Generation der heutigen Gesellschaft, was sie denn mit Weihnachten verbünde, so erhält man in der Regel Antworten wie “Geschenke” oder Wörter, die man zumindest synonym mit “Geschenke” verwenden könnte. Da hoppelt also der Hase (nein, nicht der Osterhase!): Weihnachten ist für Geschenke da. Wie hätte es auch anders sein sollen? Somit haben wir das geklärt und machen Schluss für heute.

Aber was hör ich da? Weihnachten sei besinnlich. Kein Mensch weiß, was besinnlich genau heißt, aber Weihnachten ist es. Soviel steht fest. Der Duden schreibt, besinnlich sei ein Adjektiv, was so viel bedeute wie nachdenklich. Nun, das macht mich aber nachdenklich. Wieso ist Weihnachten nachdenklich?

Ach natürlich; an Weihnachten feiert man den Geburtstag von Rabbi Jehoshua ben Joseph von Nazareth. Zugegeben: Dieser Name ist ziemlich wuchtig und auch eher ungebräuchlich. Es ist allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit so gewesen, dass seine Zeitgenossen ihn tatsächlich “Jehoshua ben Joseph” nannten.

Nennen wir den Tag nun einfach wie die Mehrheit der Menschen: Die Geburt Jesu. Normalerweise nennen die Deutschen so ein Ereignis lieber Jesus Geburtstag, aber Weihnachten soll ja nachdenklich machen und da darf man auch gern den Genitiv nutzen, den man außer zu Weihnachten offenbar nicht mehr nutzt.

Schon Johann König stellte in einem seiner Bühnenprogramme fest, dass es in Jesus Fall ja “doof” sei, “Geburtstag und Weihnachten an einem Tag” zu haben. Doch es ist bis heute nicht bekannt, wann Jehoshua ben Joseph genau geboren wurde. Ist das vielleicht ein Grund, weshalb man neben Heiligabend noch 2 weitere Tage wirklich Weihnachten feiert? Man kann sich einfach nicht festlegen, wann man seinen Geburtstag feiern soll.

Nein, das ist natürlich absurd. Schließlich streitet man auch nicht um den 24., 25. und 26. Dezember als in Frage kommender Geburtstag. Es gibt immer wieder Wissenschaftler, die behaupten, einen Geburtstermin Jesu gefunden zu haben. Oft sind es einfach Astrologen, die nach Erklärungen nach dem bekannten Stern über Betlehem suchen. Ob es nun Supernovä (tatsächlich ist der Plural neben Supernovae auch Supernovä) waren oder Planeten-Konjunktionen (wenn sich Planeten näher kommen; sie müssen ja nicht gleich im Bett landen), sei dahingestellt; da behauptet jeder was anderes.

Einigen Behauptungen zufolge sei Jesus gar am 6. Januar geboren. Das ist doch der Tag, an dem immer ein paar Kinder in irgendwelchen Karnevalskostümen vor der Haustür Lieder singen und erst aufhören, wenn man Ihnen ein bisschen Geld zusteckt. Sie seien die 3 heiligen Könige, behaupten sie. Betrachten wir das im Zusammenhang mit der Weihnachtsgeschichte: Dort sollen auch 3 Weise aus dem Morgenland gekommen sein. Heute weiß man, es waren schlicht 3 Astrologen aus Babylon.

Aber wo wir grade beim Stern über Betlehem waren: Wieso ist es der Stern über Betlehem. “Na weil Jesus doch in Betlehem geboren wurde”, sagen nun einige. Doch man weiß mittlerweile, dass Jesus gar nicht in Betlehem geboren wurde, sondern in Nazareth. So kann man sich auch gleich viel besser den Bestandteil “von Nazareth” aus seinem Namen nachvollziehen, was?

Man sieht also, die Jungfrau Maria hat ein interessantes Kind geboren, die noch heute umfeiert wird. Aber Moment mal! Jungfrau Maria – Kind geboren? Das geht doch gar nicht. Richtig. Das ganze lässt sich auf einen Übersetzungsfehler zurückführen. Ein sinnhaftes “junge Frau” wurde hier in “Jungfrau” übersetzt.

Ob nun Joseph der Vater von Jesus war, ist trotzdem nicht ganz sicher. Oft hört man davon, dass er häufig auf Montage war. Den Rest denkt sich dann lieber jeder selbst…

Santa Armee

Genug angesehen. Lassen wir sie nun rein, oder nicht? Sie bringt meistens leckeres Essen mit, bereitet aber einen Heiden-Geschenkestress (Heiden! Nicht Haiden!). Was daran so entspannend sein soll, wie alle sagen?

Keine Ahnung! Wir lassen sie einfach rein und wünschen allen Lesern frohe Fire- ähm – Feiertage!

(Fotos; oben: “Aloah!”, photocase.com; unten: “The Listen-To-It Network”, photocase.com)

Sonntag, 23. Dezember 2007 um 21:40
Marco Schultewolter
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  1. blosse - Das Super-Geschenk Permalink zu diesem Kommentar
    am Donnerstag, 24. Dezember 2009 um 00:45 Uhr:

    [...] darauf hinweisen, dass man das ganze auch ein bisschen entspanner angehen kann. Wo bleibt da die besinnliche Zeit? Nur hektik und der elendige Wettbewerb des deutschen [...]

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